Vorsorge für das Pferd: Impfen, Wurmkur und Zahnkontrolle

Aller guten Dinge sind drei, wenn es um die Vorsorge bei Pferden geht. Neben dem ca. 6-wöchigen Termin für den Schmied, der für Pferdebesitzer eine Selbstverständlichkeit ist, ist auch ein Tierarzttermin in regelmäßigen Abständen notwendig, um Ihr Pferd dauerhaft gesund zu erhalten. Sie gehen ja auch regelmäßig zum Arzt, Zahnarzt oder Physiotherapeut!

Pferde impfen: Influenza, Tetanus, Herpes & Co.

Bei der Impfung von Pferden gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Es gibt eine Reihe von gefährlichen Krankheiten, die durch eine regelmäßige Impfung verhindert oder in ihrem Verlauf abgeschwächt werden können. Zudem tragen geimpfte Pferde dazu bei, die Ausbreitung von zum Teil tödlichen Infektionskrankheiten zu verhindern. Das Thema COVID-19 hat uns das eindrücklich demonstriert.

Denn so nützlich eine Impfung auch ist – sie stellt für jeden Pferdkörper eine gewisse Belastung dar. Deshalb schonen Sie Ihr Pferd bitte die ersten zwei bis drei Tage nach der Impfung und achten Sie auch auf eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen. Wichtig ist, dass Ihr Pferd beim Impftermin gesund und nicht von Parasiten befallen sein sollte. Haben Sie das Gefühl, dass mit Ihrem Pferd etwas nicht in Ordnung ist, rufen Sie uns an – wir beraten Sie gern.

Tetanus

Die wichtigste Impfung ist die Tetanus-Impfung. Sie schützt vor Wundstarrkrampf – eine tödlich verlaufenden Infektion mit einem Bakterium, das in der Erde zu finden ist und über kleinste Wunden in das Pferd gelangen kann. 

Influenza

Eine weitere notwendige Impfung ist die Influenza-Impfung gegen Pferdegrippe. Hierbei handelt es sich um eine hochansteckende Atemwegserkrankung, die mit Fieber, Husten und Entzündungen der gesamten Atemwege einhergeht. Durch eine bakterielle Sekundärinfektion kann die Erkrankung tödlich enden. Für Turnierpferde ist die Impfung Pflicht.

Herpes

Eine zusätzliche Impfung wird gegen das Equine Herpesvirus (EHV) empfohlen – sowohl von der FN als auch von der ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet). Das Virus führt zu Störungen des Nervensystems und kann „nur“ Koordinationsstörungen aber auch eine vollständige Lähmung verursachen und damit tödlich verlaufen. Das Herpesvirus ist hochansteckend und kann über direkten Kontakt oder Tröpfcheninfektion auf andere Pferde übertragen werden. 

West-Nil-Fieber

Laut der ständigen Impfkomission sollten Pferde in einigen Gebieten Deutschlands zudem gegen das West-Nil-Fieber geimpft werden, das eine tödlich verlaufende Hirnhautentzündung auslösen kann und durch Stechmücken übertragen wird. Derzeit sind in Deutschland eine Vielzahl von amtlich bestätigten Fälle bekannt – mit rasant steigender Tendenz. 

Tollwut

Die Impfung gegen Tollwut ist nur in tollwutgefährdeten Bezirken notwendig.

Druse

Die Impfung gegen Druse ist nur bei Pferden sinnvoll, die Kontakt zu Pferden aus betroffenen Beständen haben. 

Hautpilz

Die Impfung gegen Hautpilz kann einerseits zur Vorbeugung vorgenommen werden oder auch bei bereits erkrankten Pferden durchgeführt werden, da sich die Symptome oftmals nach der Impfung verringern bzw. ganz verschwinden. Ein gleichzeitiges Hygienemanagement ist im Stall notwendig, da ansonsten eine weitere heimtückische Verbreitung insbesondere durch Pferdedecken erfolgt oder sich der Pilz im Holz der Boxenwände einnistet.

Grund­imuni­sierung Wieder­holungs­impfung

Tetanus

3 Impfungen innerhalb von 13 Monaten

Alle 12 Monate bis zum 2. Lebensjahr, anschließend alle 24 Monate

Influenza

3 Impfungen innerhalb von 8 Monaten

Alle 12 Monate
Turnierpferde alle 6 Monate

Herpes

Je nach Hersteller

Alle 6 Monate

Pferd entwurmen: Die richtige Wurmkur zur richtigen Zeit

Egal wie das Pferd gehalten wird und wie penibel auf das Ausmisten der Box und das Abmisten der Koppel geachtet wird: Jedes Pferd kann sich mit Würmern anstecken. Diese befinden sich überall in unserer Umgebung. Eine erhöhte Wurmbürde kann auch Ausdruck eines komprimierten Immunsystems sein! Kontaktieren Sie uns lieber im Zweifelsfall – wir helfen Ihnen. In Bayern kommen zahlreiche Wurmarten vor, darunter große und kleine Strongyliden, Spulwürmer, Bandwürmer, Pfriemschwänze und Magendasseln. Einige dieser Wurmarten können nicht nur den Magen-Darm-Trakt, sondern auch andere Organe wie Lunge, Leber oder Nieren befallen und zu massiven gesundheitlichen Problemen führen. 

Symptome der Verwurmung beim Pferd

Strategische oder selektive Entwurmung – was ist besser?

Früher hat man einfach viermal im Jahr entwurmt, egal ob ein Befall diagnostiziert wurde oder nicht. Dabei wurden die Wurmkuren so ausgewählt, dass sie jeweils die passenden Wirkstoffe gegen die zum Zeitpunkt ihres Einsatzes aktiven Parasiten enthielten. Seit vor ein paar Jahren bekannt wurde, dass manche Wurmkuren schlechter wirken, weil einige Parasiten gegen die enthaltenen Wirkstoffe vermehrt resistent geworden sind, hat ein Umdenken stattgefunden. 

Bei der strategischen Entwurmung werden in bestimmten Abständen Sammel-Kotproben genommen und untersucht. Im ersten Jahr findet viermal eine Kotuntersuchung statt, in den weiteren Jahren können diese auf zwei Untersuchungen reduziert werden. Entwurmt wird dann nur bei Bedarf und gezielt auf den Wurmbefall zugeschnitten. Damit verhindert man auf der einen Seite Resistenzen, auf der anderen Seite kann man auf die Entwurmung eigentlich gesunder, nicht befallener Pferde verzichten.

Natürlich kostet die Untersuchung der Kotproben zunächst einmal mehr, aber über die Jahre gesehen gleichen sich die Kosten aus, weil man i.d.R. bei der Wurmkur selbst einspart. Gerne beraten wir Sie hinsichtlich der verschiedenen Methoden und stellen einen entsprechenden Entwurmungsplan auf. 

Falls Ihr Pferd eines oder mehrere der oben genannten Symptome zeigt, rufen Sie uns bitte an. In unserem Labor können wir eine Kotprobe untersuchen und sofort eine gesicherte Diagnose stellen. Selbst weiterführende Spezialtestverfahren zur weiteren Typisierung sind möglich und manchmal empfehlenswert! Aber bitte bedenken Sie: Selbst Pferde, die regelmäßig strategisch entwurmt werden, können unter Wurmbefall leiden!

Zahnkontrolle beim Pferd: Vorsorge durch den Pferdetierzahnarzt

Ein gesundes Gebiss und ein gesundes Zahnfleisch sind die Grundvoraussetzung für eine gute Verdauung und damit der Schlüssel für Leistungsbereitschaft, schönes Fell und allgemeine Gesundheit. Deshalb ist der jährliche Blick ins Pferdemaul durch einen erfahrenen Tierarzt ein Muss. Bei jungen und alten Pferden sowie Pferden mit Auffälligkeiten sollte eine halbjährliche Kontrolle erfolgen.

Symptome für Zahnprobleme beim Pferd

Behandlung von Zahnproblemen beim Pferd

Bei der Kontrolluntersuchung im heimischen Stall tasten wir Zähne, Kiefergelenk und Kaumuskulatur Ihres Pferdes von außen ab, um potenzielle Schmerzen oder Veränderungen zu erkennen. Anschließend öffnen wir das Pferdemaul mit einem Maulgatter, auch Maulsperre genannt, und untersuchen Zähne, Zahnfleisch und Mundhöhle bis tief in den Rachen hinein – das ist wichtig, um sehr häufig auftretende hintere Gebissveränderungen zu sehen. Ein „Zungengriff“ allein ist nicht ausreichend, da nur der vordere Gebissanteil eingesehen werden kann! 

In einigen Fällen kann eine Röntgenuntersuchung vom Gebiss wie in der Zahnarztpraxis notwendig sein – diese kann problemlos ambulant im Stall erfolgen.

Bei Bedarf schleifen wir scharfe Kanten, störende Haken und Wellen mit einer elektrischen Feile ab und entfernen Zahnstein. Für diese Behandlung sedieren wir das Pferd leicht, damit es die Behandlung stressfrei erleben kann und keine negativen Assoziationen mit der regelmäßigen Gebisskontrolle hat. 

Sollten wir bei der Zahnkontrolle schwerwiegendere Probleme entdecken, die eine Operation notwendig machen, können Sie Ihr Pferd in unsere Klinik bringen. Dort kann mittels einer Zahn-Endoskopie das gesamte Gebiss detailgetreu gespiegelt und für spätere Untersuchungen vergleichend aufgezeichnet werden. 

Des Weiteren haben wir auch die Möglichkeit, eine computertomografische Untersuchung (CT) in unserer Klinik durchzuführen, so erhalten wir eine 3-D-Darstellung vom Gebiss, den Nasennebenhöhlen und den die Zähne haltenden Kopfknochen. 

Die Befunde und resultierenden Behandlungsmöglichkeiten besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Wir sind optimal für alle Arten von Zahn-OPs ausgestattet und können Ihrem Pferd professionelle und schnelle Hilfe bieten. 

Die Gesundheit Ihres Pferdes liegt In Ihrer Hand!

Nun haben Sie viel über das Thema Impfen, Wurmkur und Zahnkontrolle bei Pferden gelernt und hoffentlich erkannt, dass eine regelmäßige Vorsorge maßgeblich zur Gesunderhaltung Ihres Pferdes beitragen kann. Zögern Sie nicht uns anzurufen, wenn Sie Fragen haben oder wenn Sie möchten, dass einer unserer Tierärzte Ihr Pferd „vorsorglich“ untersucht. Wir beraten Sie gern!

Notruf-Telefon
089 / 99 90 98 20